Fake News, eine Witwe, KI & mehr

Das Konzept des Literaturfestivals ist einfach: Es lädt einige sehr bekannte Autorinnen und Autoren mit neuen Werken ein. Und das funktioniert!

Wer beim Literaturfestival dabei sein will, muss sich beeilen. Der Abend mit Zadie Smith, die gerade einen elegant formulierten, aber sehr entschleunigten historischen Roman über einen realen britischen Fall extremer Hochstapelei Anfang des 19. Jahrhunderts geschrieben hat, ist schon ausverkauft. Auch Saša Stanišić wird vor ausverkauftem Haus über sein neues Buch mit dem knappen Titel «Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Giesskanne mit dem Ausguss nach vorne» sprechen. Aber es gibt diverse weitere Hochkaräter im Programm, wobei auch bei ihnen die Plätze knapp sind. Was wiederum nicht ganz so dramatisch ist, denn alle Lesungen werden live gestreamt.

Ich selbst lese gerade das neue Buch der Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel und der Unternehmerin Léa Steinacker mit dem Titel «Alles überall auf einmal», das sehr ausgewogen und glänzend formuliert die Veränderungen und Chancen von Künstlicher Intelligenz aufzeigt und die ihre Gedanken am 9. Juli mit der Philosophin Barbara Bleisch diskutieren werden.

Die niederländische Autorin Connie Palmen hat schon mehrfach über Künstlerinnen geschrieben. In ihrem neuen Essayband denkt sie erneut über schöpferische und unkonventionelle Frauen nach. Sie portraitiert 11 Frauen (und einen Mann) und spürt der Wirkung von Autorinnen wie Virginia Woolf, Marguerite Duras und Patricia Highsmith nach, die alle die Grenzen herrschender Moral überschritten.

Die britische Autorin, Lyrikerin und Illustratorin Helen Macdonald, die durch ihr Buch «H wie Habicht» bekannt geworden ist, liest am 12. Juli aus ihrem neuen Essayband «Abendflüge», dessen zentrales Thema das leider sehr schwierige Verhältnis von Menschheit und Natur ist.

Aus Amerika kommt ausserdem Hua Hsu, der gerade den Pulitzerpreis gewonnen hat und am 13. Juli aus seinem autobiographischen Roman «Stay True» vorliest, in dessen Zentrum eine intensive Freundschaft sowie die Suche nach Sinn und Zugehörigkeit in einer fremden Kultur stehen.

Den Festivalabschluss bildet «Words on Stage» mit bekannten Künstlerinnen und Künstlern der Schweizer Spoken-Word-Szene. Mit von der Partie sind Olivia El Sayed, Dominik Muheim, Leila Ladari, Michael Elsener und Häberli Ogier.

Von am 20. Juni 2024 veröffentlicht.

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