Kultur in Kürze

Redaktion Frank Wendler
Redaktion Frank Wendler

Du bist verabredet, möchtest dich unterhalten und trotzdem Kultur geniessen? Ich hab' da ein paar Vorschläge, wie du beides schaffst.

So lang man mag: LATE, Landesmuseum

LATE findet immer am letzten Donnerstag des Monats statt und dauert von 19 bis 23 Uhr. Man kann durch die Ausstellungen schlendern, Musik hören, trinken, Kleinigkeiten essen, kann praktischerweise den Abend gemeinsam an einem Ort verbringen, flanieren, plaudern und geniessen. Ist einen Versuch wert, finde ich.

 

85 Min.: Giuseppe Verdi, Messa da Requiem, Tonhalle

Verdis Requiem ist ein gewaltiges Musikstück, überbordend, gewaltig, kraftvoll und mitreissend. Es ist eine Totenmesse und damit natürlich eine Trauermusik, aber sie ist musikalisch auch eine Feier des Lebens, was vor einiger Zeit auch Nick Cave besungen hat: Death is not the end.  

Messa da Requiem, 6. oder 7. April, Tonhalle Zürich

90 min: I Hired a Contract Killer, Theater Rigiblick

Henri Boulanger will sterben. Da er den Selbstmord nicht hinkriegt, heuert er einen Profikiller an. Fatalerweise verliebt er sich und hat ein echtes Problem, denn den Vertrag des Killers kann er nicht kündigen. Ein Musiktheaterabend nach dem Film von Aki Kaurismäki, der über seinen Helden und überhaupt finnisch kurz urteilte: Das Leben ist hart, aber lustig - dem nicht hinzuzufügen ist.

90 Min.: Bartleby, Hermann Melville

Zwischendurch ein Buchtipp: Diesmal ist es eine schmale Novelle zum Thema Widerstand, dessen Held ein einfaches Credo hat: Ich möchte lieber nicht. Es ist gut zum Vorlesen am See oder im Park bei einem Glas Wein geeignet. Sicher altmodisch. Und trotzdem wohl ein schönes Erlebnis. 

 

ca. 90 Min.: Martina Clavadetscher, Vor aller Augen, Coalmine

Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge, die Dame mit dem Hermelin, Frauen auf berühmten Gemälden von da Vinci, Vermeer, Courbet oder Munch. Wer waren sie? Wie haben sie gelebt, gefühlt, gedacht? Martina Clavadetscher lässt an diesem Abend im Coalmine in der Winterthurer Turnerstrasse die porträtierten Frauen erzählen.

Vor aller Augen, 17. April Coalmine Winterthur

65 Min.: Le Sacre du printemps, Theater Neumarkt

Mensch, Natur, Neuanfang und Tod sind die Themen des 1913 uraufgeführten Balletts Le sacre du printemps von Igor Strawinskys und dem Choreografen Vaslav Nijinsky. Es ist ohne Übertreibung eines der großartigsten musikalischen Werke des 20. Jahrhunderts, frühe Rockmusik gewissermaßen und Nijinskis Choreografie ein Urknall für den modernen Tanz. Der Choreograf Michiel Vandevelde reduziert das Stück auf ein Duett und ergänzt es in Teil 2 durch moderne Beats.

ca. 90 Min.: Flirren, Tanzhaus

Flirren (flirten und irren) spielt in einer postapokalyptischen Welt. Das Leben von sieben jungen Menschen hat sich grundlegend verändert. Sie müssen sich zurechtfinden, einander neu begegnen. Dem harten Leben begegnen sie mit Hilfe und Fürsorge: Hoffnung in der Apokalypse.

Flirren, 12. - 14. Mai, Tanzhaus Zürich

90 Min.: Klavierquartette, Opernhaus Zürich

In der Serie der Brunch- und Lunchkonzerte präsentieren Musikerinnen und Musiker der Philharmonia Zürich Funde, Entdeckungen und Bekanntes, oft in ungewöhnlichen Arrangements, diesmal Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Robert Schumann. Kunst vor oder nach  dem Sonntagsbrunch.

Von Frank Wendler am 23. März 2023 veröffentlicht.

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