Filmtipps für den Juli und August

Redaktion Nora Kehli
Redaktion Nora Kehli

Ein musikalischer Tribut an Ennio Morricone, ein filmischer Flug ins Weltall, ein Filmfestival mit demokratischem Ansatz und internationale Autor:innenfilme unter freiem Himmel.

Klangbilder eines Meisters

Wie kaum ein anderer verstand es Ennio Morricone, Filmbilder in Musik zu übersetzen. Als Pionier verband er klassische Orchestertradition mit ungewohnten Klängen – und prägte damit die Filmmusik nachhaltig. Ein Paradebeispiel ist das unverkennbare Mundharmonika-Motiv aus «Spiel mir das Lied vom Tod» (1968), das den Western-Sound revolutionierte. Das Tonhalle-Orchester Zürich zollt dem Filmkomponisten Tribut: Neben seinen legendären Soundtracks zu den Italowestern erklingen in der Tonhalle Zürich auch selten gespielte Konzertwerke, die von der vielseitigen Klangwelt Morricones zeugen.

Frank Strobel (Foto: Gaëtan Bally)

Tonhalle-Orchester Zürich

Filmsinfonik: Tribute Ennio Morricone

Wenn man überlegt, welche Filmmelodien wohl unvergesslich sind, kommt vielen sofort Ennio Morricones bohrendes Mundharmonika-Motiv aus «Spiel mir das ...

Ferne Galaxien auf der Leinwand

Das Kino Xenix entführt sein Publikum in den Sommermonaten zu fernen Orten – etwa auf den Mond, den Mars und darüber hinaus. Unter dem Schwerpunkt «Space is the Place» hebt das Monatsprogramm ab zu filmischen Expeditionen ins All. Mit dabei: Ridley Scotts Weltraum-Epos «Alien» (1979), der als stilbildender Meilenstein des Genres gilt. Mitgewirkt an diesem Kultklassiker hat neben Sigourney Weaver als erste Actionheldin der Filmgeschichte auch der Schweizer HR Giger, der die furchterregenden Aliens entworfen hat und dafür mit dem Oscar ausgezeichnet wurde.

Alien | Fr, 04. Juli 2025 | Kino Xenix | 21:15 Uhr

Cineastisches Wunschkonzert

Stammgästen des Zürcher Kinos Riffraff ist die Reihe «The Ones We Love» längst ein Begriff. Das Konzept: demokratisches Kino, bei dem die Zuschauer:innen selbst bestimmen, was gezeigt wird. In diesem Sommer wird diese Idee zu einem kleinen Festival ausgeweitet: Eine Woche lang flimmern täglich Filme unterschiedlichster Genres – von Coming-of-Age über Dystopien bis zur Romanze – über die Leinwand. Die Auswahl trifft dabei erneut das Publikum, das im Vorfeld über seine Favoriten abstimmen darf.

You Did This - Film Festival

Kinos Riffraff & Houdini

You Did This - Film Festival

7 Tage, 7 Genres und du bestimmst, was läuft!

Körperliche Kinoerlebnisse

Kaum eine Regisseurin hat in den vergangenen Jahren das Genre des Body Horrors so geprägt wie die Französin Julia Ducournau. Jüngst feierte sie in Cannes die Premiere ihres neuen Films «Alpha» (2025). Schon ihr Vorgängerfilm «Titane» (2021) wurde auf dem renommierten Festival uraufgeführt – und brachte Ducournau im Jahr 2021 als erst zweite Frau die Goldene Palme ein. Das prämierte Body-Horror-Werk über eine mechanophile Serienkillerin wird im Freiluftkino der Roten Fabrik zu sehen sein, das sich in seiner aktuellen Ausgabe den Körpererfahrungen im Kino widmet.

Titane | Do, 17. Juli 2025 | Rote Fabrik | 21:30 Uhr

Ein bittersüsses Stück iranisches Kino

Neben dem Zürichsee eignet sich auch der romantische Hof des Ritterhauses in Bubikon als malerische Kulisse für einen sommerlichen Kinoabend. Für drei Abende verwandelt sich der historische Innenhof in ein Open-Air-Kino und zeigt Werke abseits des Mainstreams. Darunter «My Favourite Cake» (2024) von Maryam Moghaddam und Behtash Sanaeeha: Eine Liebesgeschichte zweier älterer Menschen, die sich im Schatten des repressiven iranischen Regimes zaghaft entfaltet. Mit seinem bittersüssen Ton und seiner feinen Gesellschaftskritik beweist der Film einmal mehr, dass das iranische Kino zu den spannendsten und mutigsten Stimmen der aktuellen Filmlandschaft gehört.

Open-Air Kino im Hof | ab Mi, 20. August 2025 | Ritterhaus Bubikon | 19:00 Uhr

Einfühlsames Porträt über weibliche Freundschaft aus Indien

Auch in Winterthur werden diesen Sommer Filme unter freiem Himmel gezeigt. Das Cinéma Solaire, ein solarbetriebenes Freiluftkino, vereint Umweltbewusstsein und Filmkunst. Auf dem Spielplan stehen Perlen des französischen, irischen, georgischen und indischen Kinos. Mit dabei ist auch das verträumt-poetische Spielfilmdebüt «All We Imagine as Light» (2024) der indischen Filmemacherin Payal Kapadia. Das leise, einfühlsame Porträt über die Freundschaft dreier Frauen wurde im vergangenen Jahr mit dem Grossen Preis der Jury in Cannes ausgezeichnet.

Cinéma Solaire | ab Do, 21. August 2025 | Lagerplatz Winterthur | 20:30 Uhr

Von Nora Kehli am 19. Juni 2025 veröffentlicht.

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