Pablo Picasso Deux femmes avec un vase à fleurs, 27. September 1959 Linolschnitt 62,3 × 75,4 cm Inv.-Nr. 1093.209 Graphische Sammlung ETH Zürich Depositum Gottfried Keller-Stiftung, Schenkung Bloch, Zugang 1972; © Succession Picasso / 2025, ProLitteris, Zurich

Picasso & Bloch – Freundschaft als Sammlung

Die Graphische Sammlung der ETH Zürich zeigt mit «Picasso und Bloch» die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft – von Widmungen, Sammlungen und der Freiheit des Malens.

Schau stilistischer Vielfalt

In der von Dr. Linda Schädler kuratierten Ausstellung begegnet man Arbeiten aus allen Phasen von Picassos Schaffen – von frühen Skizzen der Blauen Periode bis zu spielerisch reduzierten Kompositionen des Spätwerks. Die Präsentation macht die beeindruckende stilistische Vielfalt und technische Bandbreite Picassos unmittelbar erfahrbar.

Im abgedunkelten Raum der Graphischen Sammlung dient eine zart hellblaue Trägerleinwand als Referenz an Himmel und Tageslicht. Der Ton schafft eine ideale Bühne für die überwiegend in Schwarz-Weiss gehaltenen Blätter und lässt sie in besonderer Klarheit hervortreten.

Wie sehr Picasso mit seinen Motiven eins wurde, zeigt sich auch in seiner Arbeitsweise: Modelle und Kulissen benötigte er kaum während seines Schaffens. Er zeichnete fast ausschliesslich aus dem Gedächtnis. Sich selbst jedoch stellte er immer wieder als Maler mitten in seinem Werk dar.

So etwa in «Le Peintre sur la plage», einem humorvollen, tiefsinnigen Selbstporträt. Picasso im Kittel inmitten nackter Personen und einem stilisierten Pferd am Strand suggerieren ein Gefühl von natürlicher Freiheit und Ungebundenheit. Der Maler wirkt wie ein verspielter, fast kindlicher Schöpfer, der mit wachem Blick die Welt beobachtet und sie in Kunst verwandelt. Das Bild zelebriert die Freiheit des Malens und das ewige Spiel zwischen Künstler und Wirklichkeit.

In «Hibou à la chaise» begegnet man einer Eule auf einem Stuhl, jedoch nicht als naturgetreue Wiedergabe, sondern in kubistisch, geometrisch-fragmentierter Form. Das Werk knüpft an den analytischen und synthetischen Kubismus an, den Picasso massgeblich mitentwickelte. Die Eule, Symbol für Weisheit, Nacht und Geheimnis, wird hier formal reduziert und öffnet Raum für individuelle Deutungen.
Auch das Plakat «Toros en Vallauris», eine expressive, stilisierte Darstellung eines Stierkampfs, ist zu sehen. Es steht exemplarisch für Picassos Spätstil, geprägt von dynamischer Komposition und reduzierter Farbigkeit, und verweist zugleich auf seine intensive Auseinandersetzung mit der Kultur Südfrankreichs.

Dass ausgerechnet das «Portrait de Jacqueline au chapeau de paille fleuri» Covermotiv der Ausstellung bildet, ist bezeichnend. Jacqueline Roque war Picassos letzte grosse Muse und Ehefrau; eine Schlüsselfigur seiner späten Jahre.

Sie steht für das, was grosser Kunst Dauer verleiht: Nähe, Erinnerung und die stillen Bindungen, die weiterleben, wenn alles andere vergeht.

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Graphische Sammlung ETH Zürich

Picassos innovative Druckgraphik. Kuratorinnenführung

Mit Linda Schädler, Leiterin Graphische Sammlung ETH Zürich Veranstaltung der ETH Public Tours, Anmeldung erforderlich unter: tours.ethz.ch

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Graphische Sammlung ETH Zürich

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Von Nicole Seipp-Isele am 18. September 2025 veröffentlicht.

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