Mein erstes Mal … Musée Visionaire

Ein Museum frei von künstlerischen Konventionen: Ein offener, frischer Blick auf Kunst.

In unserem Fall besuchen wir die Ausstellung «(de)codiert». Wir sehen Werke von acht verschiedenen Künstler:innen. Dabei habe ich den Eindruck, dass die Künstler:innen und ihr kreatives Schaffen als Ganzes mehr im Fokus stehen als ein einzelnes Werk. Durch die kurzen Beschreibungen haben wir einen guten Zugang zu den erlebten Kunstwerken, was gerade uns als Kunst-Laien sehr gut gefällt. Nicht bei allen Werken ist das Konzept des «Codierens» oder «Decodierens» gleich offensichtlich, was aber wiederum dazu einlädt, sich näher damit zu beschäftigen. Mehr verrate ich nicht: No Spoiler! Denn man sollte sich die Ausstellung ansehen.

 

Das Museum schreibt über sich selbst: «Wir stellen nicht aus, was andere auch tun, sondern gehen auf Entdeckungsreisen nach verborgenen Schätzen in Archiven, Ateliers und psychiatrischen Institutionen, um kreatives Potenzial von Stadtoriginalen, schrägen Vögeln und unbekannten Kunstschaffenden aufzuspüren.» Diese Unbefangenheit gegenüber künstlerischen Konventionen ist in diesem Museum deutlich zu spüren. Das Konzept und die Auswahl der ausgestellten Werke bieten einen unbeschwerten und frischen Blick auf die Kunst, den ich so noch nicht gesehen habe.

 

Am Ende verlassen wir das Museum klassischerweise durch den «Giftshop». Dieser hier hat es in sich: Neben den obligaten Publikationen und Kleinigkeiten, die man erstehen kann, finden Interessierte hier auch Werke der Künstler:innen, die zum Kauf angeboten werden. Das ist doch mal ein passendes Souvenir von einer Ausstellung.

 

Mein Fazit? Ich komme wieder! Durch die überschaubare Grösse des Museums lässt sich die Ausstellung in Ruhe als Ganzes erfassen und erlaubt es Gästen, ganz in das Thema einzutauchen. Dieser unkonventionelle Blick auf die Kunst hat mich nachhaltig positiv überrascht.

Von Soraja Hagspiel am 01. Februar 2024 veröffentlicht.

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